Neustart der Kunstkommission

Atai Keller

Die städtische Kunstkommission ist zum Jahresende zurückgetreten, zu groß waren die Differenzen zwischen der Kulturverwaltung und den Kommissionsmitgliedern über die Handlungsfreiheit und insbesondere über die Kommunikationskanäle einer solchen Kommission. So geht eine fünfjährige erfolgreiche Arbeit glanzlos zu Ende, welche für die Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum in unserer Stadt wichtige Akzente setzte. Nochmals einen großen Dank an alle Mitglieder_innen der Kunstkommission! (Stellungnahme der Kunstkommission: www.kulturliste-freiburg.de)

Mangelnder Rückhalt im Kulturamt, Differenzen mit dem Bürgermeister und ein starres Rechtsgutachten machten zum Schluss die Arbeit der Kommission unmöglich. Eine frühe Erkennung der Schwierigkeiten war durch die mangelnde Kommunikation und das fehlendes politisches Gespür der Kommissionsmitglieder für den Gemeinderat unmöglich. So ist die kommende Zeit dringend zu nutzen, um sich über die Bedingungen einer zukünftigen Kommissionsarbeit auseinander zu setzen und die Fehler aus der Vergangenheit zu beseitigen. Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Kompetenzen hat die Kommission, wie weit geht die Beurteilung einzelner Kunstwerke und wie ist die Anbindung an die Politik? Ist die Geschäftsführung im Kulturamt in guten Händen?

Die Freiheit der Kunst macht eigentlich eine unabhängige Kunstkommission mit offener Geschäftsführung zwingend, die dann als freies Expert_innen-Gremium dem Kulturbürgermeister zur Seite stehen könnte. Ist es aber ein städtisches Gremium, muss es sich bestimmten Spielregeln der Verwaltung unterwerfen (vielleicht zukünftig mit Gemeinderät_tinnen). Der Gestaltungsbeirat zum Beispiel funktioniert als Teil der Bauverwaltung und ist mit zwei Stellen ausgestattet. Also kommen wir zum Schluss mal wieder zur Feststellung, alles hängt von der Wertschätzung der Kunst und der künstlerischen Arbeit in der Stadt ab. 18 Mal war der künstlerische Rat der Kunstkommission in der Vergangenheit gefragt, immer war diese Expert_innenberatung unverzichtbar und wichtig für die Entscheidung der Politik. Freiburg ist leider (noch) keine Kunststadt, auch wenn es verstärkte Tendenzen für die Aufwertung der Kunst in der Stadt gibt. Es geht nur miteinander und in gegenseitiger Achtung der Bedingungen, die es neu zu schaffen gilt, zwischen der Freiheit der Kunst und den städtischen Verwaltungsabläufen. Die Kunst im öffentlichen Raum benötigt alle gemeinschaftliche Anstrengung, damit die Belebung der Räume durch Kunst zu einer kreativen Gestaltung des Lebens werden kann.

(Atai Keller, Kulturliste)

Der Beitrag hat Ihnen gefallen?

Share on facebook
Share on Facebook
Share on twitter
Share on Twitter