Klares Bekenntnis zur Kultur

HP_Julien Bender und Atai Keller

Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche Überlebensfähigkeit sichert.“ (Richard von Weizäcker, Bundespräsident a.D.)

Kultur ist mehr als systemrelevant, mehr als ein Rädchen im Getriebe der Gesellschaft, Kultur ist die Arbeit am gesellschaftlichen Sinn unseres Zusammenlebens.“ (Carsten Brosada, Senator für Kultur und Medien in Hamburg)

Dennoch ist Kultur immer noch eine freiwillige Leistung im städtischen Haushalt. Der Deutsche Städtetag spricht immerhin schon von Kultur als politischer Pflichtaufgabe und innerhalb der Debatte über eine kulturelle Grundversorgung werden die kulturelle Teilhabe und die kulturelle Vielfalt als Eckpfeiler einer konstitutiven Kulturpolitik anerkannt. Kultur muss Pflichtaufgabe in städtischen Haushalten werden wie es große Teile des Sozialbereichs schon lange sind.

Umso wichtiger und bedeutender ist das Bekenntnis des Oberbürgermeisters, der Verwaltung und zahlreicher Gemeinderäte in der letzten Sitzung am 28.7.:

1. Clubs und Spielstätten direkt zu unterstützen und im Bedarfsfall nachzubessern

2. die kulturelle und künstlerische Struktur zu stabilisieren und im Einzelfall vor Insolvenz zu retten und

3. Mietzuschüsse in städtischen Räumen der FWTM zu gewähren.

Zusätzlich wird die Verwaltung die Situation der kulturellen Einrichtungen und Gruppen in der Stadt erfassen und die Auswirkungen der Krise darstellen.

Die Lage der bisher nicht subventionierten Clubs und Spielstätten kann nur mit dramatisch beschrieben werden. Da nützt auch keine noch so kreative Ausgestaltung einer Außenfläche oder eines Streaming-Projektes. Allenfalls werden dadurch die Ausfälle abgemildert. Viele Einzel-Künstler*innen fallen immer noch oder wieder durch die Antragsraster.

Wir alle schätzen unendlich die Streaming-Projekte der Clubs und Musikgruppen, die aktuellen Kreativ-Projekte der Kulturschaffenden im Freien und die einfallsreichen Draußen-Festivals. Diese Aufführungen mit reduzierter Zuschauerzahl sind jetzt sofort ausgebucht. Die Gier nach Kultur, nach Musik, Theater, Film, Ausstellungen und Performance als gemeinsames Erleben wächst ins Unermessliche! Vernetzungen wie Multicore, IG Subcultur oder KULTUR MACHT REICH, aber auch Chorstadt, Tanzpakt, FIFT (freies Theater) oder IG Kunst werden immer wichtiger für ein Über- und Weiterleben der Kulturszene!

Atai Keller (Kulturpolitischer Sprecher undStadtrat für dieKulturliste) &

Julien Bender (Mitglied im Kulturausschuss und Kreisvorsitzender der SPD)

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