Corona als Brennglas

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Die in den vergangenen Wochen unabhängig voneinander erhobenen Corona-Studien zeigen wie unter einem Brennglas, dass während der Krise eine Retraditionalisierung stattgefunden hat. Viele Frauen haben ihre geringere Arbeitszeit nochmal deutlich reduziert und sich um die Betreuung der Kinder, die Hausarbeit oder Pflege von Familienangehörigen gekümmert. Es ist eine Reaktion auf die in Corona-Zeiten schnell geschlossenen Kitas, Schulen und Sportvereine. Genau diese Bereiche kamen leider viel zu kurz in den letzten Wochen. Es wurde über die Aufnahme vom Bundesligabetrieb diskutiert, aber nicht über die vielen Familien, die vor wahnsinnigen Herausforderungen standen.

Wir erleben eine deutliche Retraditionalisierung mit schwerwiegenden Folgen in vielen Bereichen. Das alles macht die Arbeit unserer Frauenbeauftragten und die der Kontaktstelle Frau und Beruf noch wichtiger. „Gleichberechtigung ist kein Frauenthema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir haben auch in Freiburg noch einiges vor“, meint Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende. Das Krisen-Brennglas hat deutlich gemacht wie wichtig ihre Arbeit ist und vor allem: wie groß der Berg noch vor uns ist, den wir gemeinsam gehen müssen.

Ferienspaß statt Ferienpass: Und das für ALLE Kinder!

Der Ferienpass wurde in diesem Jahr aufgrund von Corona gestrichen. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit: Tatsächlich forderte die Stadt zahlreiche Träger der Kinder- und Jugendarbeit frühzeitig auf, ein Programm für die Daheimgebliebenen zu organisieren. Leider ist das neue Ferienprogramm aber viel kostenintensiver und damit nicht für alle Kinder zugänglich – trotz der Zuschüsse für Transferleistungsempfänger.

So wird die Stadt, gerade in dieser schwierigen Zeit, ihrer sozialen Verantwortung nicht gerecht. Eine schöne Internetseite ist wichtig. Viel wichtiger ist aber, dass sich alle Familien die Angebote für ihre Kinder leisten können. Hat der Ferienpass für die gesamten Sommerferien zuletzt 11,50 € bzw. 9,50 € gekostet, kosten jetzt die einzelnen Angebote, und nicht selten deutlich mehr. „In einer wirtschaftlich schweren Zeit, in der immer mehr Kurzarbeit angemeldet wird, können viele Familien nicht für jedes Ferienangebot extra bezahlen, deshalb erwarten wir hier ein Umsteuern“, so Karin Seebacher, Mitglied im Sozialausschuss.

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